Shakespeare im Schlosshof

„Hör nach bei Shakespeare“ ist das Motto der Serenade des Sinfonieorchesters Friedrichshafen

Neben Ouvertüren, Konzert- und Balletmusik spielt Oskar Kaiser das Violinkonzert von Mendelsohn

Wie kein zweiter beschrieb William Shakespeare menschliche Zerrissenheiten und Konflikte, komische Verstrickungen und Leidenschaften. Entprechend oft wurden seine Dramen zu Vorlagen für musikalische Werke. Unter dem Motto „Hör nach bei Shakespeare“ präsentiert das Sinfonieorchester Friedrichshafen im Schlosshof Tettnang Ouvertüren, Konzert- und Balletmusik, die sich auf Werke des großen Renaissancedichters beziehen. „Ob es die kaum gebändigten Emotionen der großen Tragödien sind oder die gefühlvoll heitere, zuweilen auch melancholische Intimität seiner Komödien, sie alle haben ihre Umsetzung in Musik erfahren“, sagt Musikdirektor Joachim Trost, der das Orchester leitet.

Solist Oskar Kaiser hat für die Serenade zwei Sätze aus dem Violinkonzert von Mendelssohn ausgewählt. Bild: Corinna Raupach

Shakespeares Theaterstücke boten vor allem Stoff für Opern. In der Ouvertüre zu „Otello“ findet Gioacchino Rossini für Eifersucht und Verzweiflung Othellos, die Beschwörungen Desdemonas und die perfide Intrige Jagos eindringlichen Ausdruck. Voll musikalischen Humors ist die Oper „Die Lustigen Weibern von Windsor“ von Otto Nicolai, in der Ouvertüre lacht es durch die Musik. Die tragischste aller Liebesgeschichten wurde bei Charles Gounod zu „Roméo et Juliette“. Bereits die ersten Takte der Ouvertüre betonen das drohende Unheil für die junge Liebe. „Wir stellen drei Vertonungen zu „Romeo und Julia“ einander gegenüber: den dramatischen Ouvertüren-Beginn Gounods, die Musical-Adaption von Bernstein und die eigenwillig-populäre Fassung von Prokofiev“, sagt Trost.

Mit „Salut d´Amour“ machte der britische Komponist Edward Elgar seiner späteren Frau Alice den Heiratsantrag. Bild: Corinna Raupach

Ergänzen wird das Konzert als Solist Oskar Kaiser. Er studiert seit 2016 Geige am Vorarlberger Landeskonservatorium. Vorher ging er in Tettnang zur Schule und hat bereits mehrfach mit dem Orchester musiziert. Für die Serenade hat er zwei Sätze aus Mendelsohns Violinkonzert ausgesucht. „Leider gibt es nicht viele Kompositionen für Geige zu Shakespeare-Themen. Deshalb habe ich einen Komponisten gewählt, der damit in Verbindung gebracht wird, und das ist bei Mendelssohn oft der Fall. Gerade der dritte Satz des Violinkonzerts passt ganz toll zu Atmosphäre des Konzerts, er ist so festlich, frisch und fröhlich“, sagt Kaiser. Dazu kommt „Salut d´Amour“, mit dem Edward Elgar seiner späteren Frau Alice den Heiratsanstrag machte.

Termin:

„Hör nach bei Shakespeare“

Mittwoch, 17. Juli, 20:30 Uhr, Neues Schloss Tettnang

Sinfonieorchester Friedrichhafen unter der Leitung von Musikdirektor Joachim Trost

Solist: Oskar Kaiser

Werke von Mendelssohn, Nicolai, Elgar, v. Weber, Rossini, Gounod, Bernstein

Tickets: Spektrum Kultur Tettnang, Musik Fischer Friedrichhafen

Unser nächstes Konzert: Hör nach bei Shakespeare

William Shakespeare muss ein unglaublicher Menschenkenner gewesen sein. Wie er menschliche Zerrissenheiten und Konflikte, komische Verstrickungen und Leidenschaften schilderte, ist bis heute unerreicht. Entprechend oft sind seine Werke zu Vorlagen für musikalische Werke geworden. Das Sinfonieorchester Friedrichshafen hat sich für die Serenade im Juli Musik vorgenommen, die auf sich Shakespeares Werke bezieht. Unter dem Motto „Hör nach bei Shakespeare“ wird es am Mittwoch, 17. Juli, um 20:30 Uhr im Innenhof des Neuen Schlosses Tettnang Ouvertüren, Konzert- und Balletmusik präsentieren. Die Leitung hat Musikdirektor Joachim Trost .

Die Dramen und Komödien Shakespeares boten vor allem Stoff für Opern. In der Ouvertüre zu „Otello“ findet Gioacchino Rossini für Eifersucht und Verzweiflung Othellos, die Beschwörungen Desdemonas und die perfide Intrige Jagos dramatische Farben. Voll musikalischen Humors ist die Oper „Die Lustigen Weiber von Windsor“ von Otto Nicolai, in der Ouvertüre lacht es durch die Musik. Die tragischste aller Liebesgeschichten wurde bei Charles Gounod zu „Roméo et Juliette“. Bereits die ersten Takte der Ouvertüre betonen das drohende Unheil für die junge Liebe. Letztlich ist auch das Musical „West Side Story“ eine neuzeitliche Version des alten Themas. Shakespeare inspirierte auch reine Konzertmusik: Felix Mendelssohns Musik zum „Sommernachtstraum“ verbindet wie sein Vorbild derben Humor mit duftigem Elfenzauber, der darin enthaltene Hochzeitsmarsch dürfte sein am häufigsten gespieltes Stück sein.

Mit dem Violinkonzert von Felix Mendelssohn wird Oskar Kaiser als Solist auftreten. Er erhielt seinen ersten Geigenunterricht im Alter von neun Jahren. Im Jahr 2013 begann er bei Rudolf Rampf ein Künstlerisches Basisstudium am Vorarlberger Landeskonservatorium Feldkirch. Dort absolviert er seit 2016 in der Klasse von Rudens Turku ein Künstlerisches Diplomstudium. Er trat schon bei bekannten Festivals, wie den International Holland Music Sessions oder den Seefelder Musiktagen auf. Mit dem Sinfonieorchster Friedrichshafen war er bereits mit einem Satz aus Tschaikowskys Violinkonzert sowie mit Bravurstücken von Pablo de Sarasate zu hören. Er wird den zweiten und dritten Satz des Konzerts von spielen. Mit nur 13 Jahren hatte Mendelssohn dieses Werk geschrieben, das zu den bekanntesten Violinkonzerten der Romantik gehört. Dazu kommt „Salut d´Amour“, mit dem Edward Elgar 1888 seiner späteren Frau Alice den Heiratsanstrag machte.

Im Vorverkauf gibt es Karten für das Konzert im Spektrum Tettnang und bei Musik Fischer in Friedrichshafen. Die Karten kosten 18 Euro oder 20 Euro an der Abendkasse. Mitglieder können zwei ermässigte Karten im Vorverkauf erwerben.

Termin:

„Hör nach bei Shakespeare“: Mittwoch, 17. Juli, 20:30 Uhr, Neues Schloss Tettnang, Sinfonieorchester Friedrichhafen unter der Leitung von Musikdirektor Joachim Trost, Werke von Mendelssohn, Nicolai, Elgar, v. Weber, Rossini, Gounod, Bernstein

Der Tod und das Mädchen im Mai

Das Sinfonieorchester Friedrichshafen gibt am ersten Mai eine Matinée im Klostersaal Weissenau – Auf dem Programm stehen Werke von Warlock und Schubert

Er neigte zu Alkoholismus und Depressionen, aber er liebte das Tanzen: vom britischen Komponisten Peter Warlock berichtet ein Freund, er habe am Bahnhof Charing Cross beinahe den Zug verpasst, weil er die Umstehenden mit einem spontanen Tanz am Gleis unterhielt. Die Suite „Capriol“ gehört zu seinen bekanntesten Werken. Sie beruht auf sechs Weisen aus einer Art Tanzanleitung des 16. Jahrhunderts, denen Warlock ein modernes Gesicht voll Witz und Temperament verlieh. Das Sinfonieorchester Friedrichshafen eröffnet damit die Matinée am ersten Mai im Klostersaal Weissenau.

Das Sinfonieorchester Friedrichshafen unter der Leitung von MD Joachim Trost probt Schuberts Rondo mit Solistin Miriam Gruhle. Bild: Corinna Raupach

Ebenfalls tänzerisch und leichtfüßig folgt das Rondo A-Dur von Franz Schubert. Der Wiener Komponist hat keine Solokonzerte geschrieben, das Rondo war wohl für seinen Bruder Ferdinand bei privaten Aufführungen gedacht. „Es ist ein hochvirtuoses Werk, das einem Violinkonzert in nichts nachsteht, und es ist selten zu hören“, sagt Dirigent Joachim Trost. Als Solistin tritt Miriam Gruhle auf. In Tettnang geboren und aufgewachsen, trat sie schon mit 12 Jahren als Solistin mit Orchester auf und wurde mit 16 Jungstudentin an der Musikhochschule Trossingen. Nach dem Abitur entschied sie sich für ein Medizinstudium, das sie im Mai abschließen wird. Der Geige blieb sie als Mitglied des Streichquartetts „vierimpuls“ treu, mit dem sie international Konzerte gibt. Sie freut sich auf das Konzert in Weissenau: „Dieses Werk ist fantastisch, so unbeschwert und voller schöner Melodien. Es ist genial komponiert und man findet dennoch leicht Zugang“, sagt sie.

Den Gegenpol bildet ebenfalls von Schubert „Der Tod und das Mädchen“. Gustav Mahler hat das Streichquartett für Kammerorchester umgeschrieben. „In dieser Version ist es in der Region noch nicht aufgeführt worden“, sagt Trost. Schuberts vollendete sein vorletztes Streichquartett im Januar des von Krankheit überschatteten Jahres 1826. Es ist ein dunkelschönes Werk. Wegen der schroffen und düsteren Tonsprache weigerte sich Ignaz Schuppanzigh, Geiger und Zeitgenosse Schuberts, das Werk aufzuführen. Das Werk erschien erst nach Schuberts Tod. Später gab ihm ein Verleger den eingängigen Namen: im zweiten Satz nämlich greift Schubert sein Lied zu den Versen von Matthias Claudius auf.

Termin:

Mittwoch, 1.5.2019

11:00 Uhr Klostersaal Weissenau

Sinfonieorchester Friedrichshafen unter der Leitung von MD Joachim Trost

Solistin: Miriam Gruhle

Werke von Schubert und Warlock

Begabung mit Bogen und Skalpell

Miriam Gruhle aus Tettnang studiert Medizin und konzertiert mit dem Sinfonieorchester Friedrichshafen – Bei der Matinée in Weissenau spielt sie ein Rondo von Schubert

Medizin studieren und Geigenkonzerte geben – eigentlich sind das Ganztagsjobs. Die 26jährige Miriam Gruhle aus Tettnang macht beides. Schon mit sechs Jahren begann sie, Geige zu spielen. „Ich habe drei große Brüder und einer davon hat mit seiner Geige bei einem Vorspiel mitgemacht, da habe ich gewusst, das will ich auch“, sagt sie. Mit zwölf trat sie zum ersten Mal als Solistin mit Orchester auf, gab 2008 ihr erstes Solokonzert in Friedrichshafen und wurde mit 16 Jungstudentin an der Musikhochschule Trossingen. Sie spielte im Landesjugendorchester Baden-Württemberg und im Bundesjugendorchester und erhielt im Sommer 2010 ein Stipendium für einen Meisterkurs in Kalifornien. „Ich habe mir schon überlegt, Musik beruflich zu machen, aber ich habe mich entschieden, sie als Hobby weiterzuführen, damit der Spaß an der Geige erhalten bleibt“, sagt sie.

Miriam Gruhle studiert Medizin und tritt international mit dem Streichquartett „vierimpuls“ auf. Bild: Corinna Raupach

Medizin studieren und Geigenkonzerte geben – eigentlich sind das Ganztagsjobs. Die 26jährige Miriam Gruhle aus Tettnang macht beides. Schon mit sechs Jahren begann sie, Geige zu spielen. „Ich habe drei große Brüder und einer davon hat mit seiner Geige bei einem Vorspiel mitgemacht, da habe ich gewusst, das will ich auch“, sagt sie. Mit zwölf trat sie zum ersten Mal als Solistin mit Orchester auf, gab 2008 ihr erstes Solokonzert in Friedrichshafen und wurde mit 16 Jungstudentin an der Musikhochschule Trossingen. Sie spielte im Landesjugendorchester Baden-Württemberg und im Bundesjugendorchester und erhielt im Sommer 2010 ein Stipendium für einen Meisterkurs in Kalifornien. „Ich habe mir schon überlegt, Musik beruflich zu machen, aber ich habe mich entschieden, sie als Hobby weiterzuführen, damit der Spaß an der Geige erhalten bleibt“, sagt sie.

Nach dem Abitur begann sie ein Medizinstudium. „Das ist ein toller Beruf. Die Vorstellung, als Ärtzin Menschen zu helfen, hat mich auch schon immer fasziniert.“ Sie wird im Mai ihr Studium abschließen und will dann Kinderärztin werden. Ein Praktikum in Afrika hat sie in diesem Wunsch bestärkt. „Ich habe dort viel mit Kindern zu tun gehabt und habe gemerkt, das liegt mir“, sagt sie. Ganz von der Geige gelassen hat sie nicht – mit zwei weiteren Medizinern und einem Physiker gründete sie das Streichquartett „vierimpuls.“ „Es ist ein großes Glück, ein solches Quartett zu finden, in dem es menschlich und musikalisch stimmt und die anderen mit der gleichen Freude und Leidenschaft Musik machen“, sagt sie. Das Quartett probt seit dreieinhalb Jahren online, ein Mitglied wechselte erst nach Großbritannien und dann in die Schweiz. Ein Computerprogramm, das ein Rockmusiker für seine Band schrieb, macht es möglich. Ab und an treffen sie sich für intensive Probenphasen, besuchen gemeinsam Meisterkurse und gaben bereits Konzerte in Großbritannien, Frankreich, Norwegen und Süddeutschland. Vor zwei Jahren präsentierten sie im GZH Quartette von Dvorak, Nielsen und Beethoven.

Das Sinfonieorchester Friedrichshafen unter der Leitung von MD Joachim Trost probt mit Miriam Gruhle. Bild: Corinna Raupach

Mit dem Sinfonieorchester Friedrichshafen kehrt sie nun für ein Solo in ihre alte Heimat zurück. Sie wird bei der Matinée des Orchesters am ersten Mai im Klostersaal Weissenau ein Rondo von Schubert spielen. „Dieses Werk ist fantastisch, so unbeschwert und voller schöner Melodien. Es ist genial komponiert und man findet dennoch leicht Zugang“, sagt sie. Sie freut sich auf das Konzert. In dem Orchester hat sie selbst schon zu Schulzeiten gespielt, den Dirigenten Joachim Trost kennt sie seit der fünften Klasse als Musiklehrer. „Das wird ein großer Spaß, ich spiele gern Konzerte und ich freue mich, wenn Leute kommen, die mich von früher kennen“, sagt sie. In Weissenau wird ihr Rondo das Gegengewicht bilden zu Schuberts „Tod und das Mädchen“. Das Orchester spielt das dunkelschöne Streichquartett in einer Bearbeitung von Gustav Mahler.


Termin:

Mittwoch, 1.5.2019

11:00 Uhr Klostersaal Weissenau

Sinfonieorchester Friedrichshafen unter der Leitung von MD Joachim Trost

Solistin: Miriam Gruhle

Werke von Schubert und Warlock

Rückblick auf ein Jahr voll Musik

Das Sinfonieorchester Friedrichshafen blickt auf eine Reise nach St.Dié zurück – Auch in diesem Jahr stehen drei abwechslungsreiche Konzerte an

Hinter dem Sinfonieorchester Friedrichshafen liegt ein ereignisreiches Jahr. In ihrem Rückblick bei der Jahreshauptversammlung erinnerte die Vorsitzende Andrea Hengelhaupt vor allem an die Reise nach Frankreich. Im Frühjahr folgte das Orchester einer Einladung in Friedrichshafens Partnerstadt St- Dié zum dortigen „Orchestival“, einem Festival vor allem regionaler Musikensembles. Auf dem Programm stand Kammermusik von Schubert, Janacek, Brahms und Strauß. „Wir haben dort viel Gastfreundschaft erfahren. Wir wurden mit einem Buffet inklusive Nachtisch empfangen, die Kulturbürgermeisterin begrüßte uns auf der Bühne und wir bekamen eine tolle Stadtführung“, sagte Hengelhaupt.

Für die „Romantische Opernnacht“ im Tettnanger Schlosshof setzte der Verein die Tradition fort, mit jungen Leuten an der Schwelle zum Profileben zusammenzuarbeiten. Die Sängerinnen Maria Hegele und Anna-Magdalena Perwein haben sich schon als Studentinnen in Salzburg zu einem Duo verbunden. „Ich denke gern an die jungen Damen zurück, die grandiose Leistungen erbracht haben“, sagte Musikdirektor Joachim Trost, der musikalische Leiter. Anspruchsvoll war das Sinfoniekonzert im Dezember mit Brahms vierter Sinfonie und dem ersten Hornkonzert von Richard Strauss. „Mit Felix Klieser hatten wir einen Hornisten, der uns im dritten Satz an unsere Tempogrenzen führte“, sagte Trost.

Für das Jahr 2019 steht zunächst eine Matinée am ersten Mai im Klostersaal Weissenau an. „Dafür haben wir uns das große Projekt „Der Tod und das Mädchen“ von Schubert vorgenommen, das in der Region so noch nie gespielt wurde“, sagt Trost. Mit Miriam Gruhle kommt wieder eine junge Solistin, die ein Schubert-Rondo für Violine interpretieren wird. Die Schlosshofserenade steht unter dem Motto „Hör nach bei Shakespeare“ und im Dezember soll es Tschaikowskis sechste Sinfonie und Mendelssohns Violinkonzert geben.

Der Vorstand des Sinfonieorchesters Friedrichshafen blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück. (v.l.: Barbara Petith, Andrea Hengelhaupt, Tommy Strandberg, Joachim Trost, Ulrike Sailer, Michael Streich, Katharina Möhle, Corinna Raupach, es fehlen Gunhild Hell, Frauke Beck und Andreas Klöckner). Bild: Jörg Hartmann (Sinfonieorchester Friedrichshafen)

Mit 78 aktiven und 43 passiven ist die Mitgliederzahl stabil. Bei den Finanzen stehen Ausgaben von 31 300 Euro Einnahmen von 28 800 Euro gegenüber. Das meiste Geld gibt der Verein für Honorare aus, die Einnahmen setzen sich aus Konzertvergütungen, Zuschüssen und Mitgliedsbeiträgen zusammen. „Das Minus von 2 500 Euro geht vor allem auf Kosten der Konzertreise nach St. Dié“, sagte Schatzmeisterin Katharina Möhle. Der Verein habe aber ausreichend Rücklagen. Der Vorstand ist nach der einstimmigen Wiederwahl von Notenwart, einem Beisitzer und dem Kassenprüfer der alte. Im kommenden Jahr stehen umfassendere Wahlen an.

Unsere nächsten Konzerte:

Am Mittwoch, dem ersten Mai, geben wir um 11 Uhr eine Streicher-Matinée im Klostersaal Weissenau. Auf dem Programm stehen unter anderem Werke von Franz Schubert: Der Tod und das Mädchen in der Orchesterbearbeitung von Gustav Mahler und das Rondo A-Dur für Violine mit Streichorchester. Solistin ist Miriam Gruhle.

Die Serenade im Schlosshof Tettnang am Mittwoch, 17. Juli, 20:30 Uhr, ist Musik gewidmet, die von Werken William Shakespeare inspiriert ist. Zum Beispiel spielen wir Auszüge aus der Musik zum Sommernachtstraum von Felix Mendelssohn-Bartholdy, die Ouvertüre zu Otto Nicolais „Die lustigen Weiber von Windsor“ und Themen aus Leonard Bernsteins „Westside Story“.

Kurz vor Weihnachten folgt am Samstag, 21. Dezember, um 19:30 Uhr unser Sinfoniekonzert im Graf-Zeppelin Haus.

Wochenende zwischen Brahms und Liszt

Das Sinfonieorchester Friedrichshafen probt für sein Konzert kurz vor Weihnachten – Die vierte Sinfonie von Johannes Brahms ist der Favorit der Musiker

Das Sinfonieorchester Friedrichshafen probt unter der Leitung von MD Joachim Trost im Cinema des Karl-Maybach-Gymnasiums. Bild: Corinna Raupach

Die ersten Takte der Sinfonie schwingen freundlichdurch den Saal. Aufmunternd beantworten Bratschen und Celli die sanften Seufzer der Geigen und Fagotte, Hörner und Bässe legen den Grund. Nach ein paar Takten bricht Musikdirektor Joachim Trost ab: „Stellen Sie sich eine Bewegung vor, zu der kommen Sie einfach dazu. Sie müssen das nicht anstoßen.“ Der nächste Versuch gelingt besser. „Wiederholung ist die Mutter der Pädagogik“, bemerkt Trost. Das Sinfonieorchester Friedrichshafen probt für sein Konzert kurz vor Weihnachten. Bisher haben Streicher und Bläser ihre Stimmen getrennt eingeübt. Beim Probenwochenende kommen sie zum ersten Mal zusammen. „Es ist toll, wie die Stimmen ineinandergreifen und zu einem Gesamtwerk verschmelzen“, sagt Cellistin Jutta Föhr in einer Pause.

Die vierte Sinfonie von Johannes Brahms ist der Favorit der Musiker. Sie entstand im Urlaub und gilt als Inbegriff eines brillant und dicht gearbeiteten Werks. Immer wieder variiert sie die Motive, überrascht mit neuen Wendungen und bietet einen reichen Schatz schwelgerischer Meldodien. „Das ist einfach schöne Musik, ganz rund – und wir Bläser haben etwas zu tun“, sagt Trompeter Michael Otto. „Diese Verbindung von Leichtigkeit und Volumen, mal tänzerisch, mal kraftvoll, das zu spielen macht viel Spaß“, sagt Cellistin Steffi Osterried. „Der dritte Satz ist fetzig, da hüpft und springt es nur so, das ist reine Bewegung“, sagt Geiger Jörg Hartmann.

An den Feinheiten arbeitet Trost noch mit seinen Musikern. „Celli, spielen Sie mal eine pädagogische Fassung, rumsen Sie richtig drauf los. Und der Rest spielt den Off-Beat dazu“, rät er, damit die Nachschläge synchron werden. Als die Flöte zum ersten Mal ihr lyrisches Solo aussingt, verpasst das Ensemble den Einsatz. „Mein Fehler, ich war zu verträumt“, sagt Trost.

Als Ouvertüre hat sich das Orchester „Les Préludes“ von Franz Liszt vorgenommen. Die sinfonische Dichtung zeichnet ein von melancholischer Grundstimmung getragenes Bild des Lebens. Nach dem ersten Aufrauschen mahnt Trost zur Ruhe. „Liszt hat diese Stelle mit Liebesglück überschrieben, also spielen Sie bitte inniglichst“, sagt er und schickt das Ensemble im Anschluss gleich durch die wilden „Lebensstürme“. „Das Stück ist sehr abwechslungsreich, vor allem der Schluss ist grandios“, sagt Bratschist Ruben Föhr.

Vielen Bläser gefällt sich vor allem das erste Hornkonzert von Richard Strauss. Er schrieb es mit 18 Jahren für seinen Vater Franz. Dieser lehnte es jedoch ab, das Werk zu spielen, es sei „zu schwer“. „Ich freue mich sehr auf den Solisten“, sagt Oboistin Gisela Feifel-Vischi. Zum Konzert im Graf-Zeppelin-Haus wird der Hornist Felix Klieser kommen, der als einer der Besten seines Fachs gilt.

 

 

 

 

Termin:

Samstag, 22.12.2018, 19:30 Uhr im Graf-Zeppelin-Haus

Johannes Brahms, Sinfonie Nr 4; Richard Strauss, Hornkonzert Nr. 1; Franz Liszt, Les Préludes

Solist: Felix Klieser

Sinfonieorchester Friedrichshafen e.V. unter der Leitung von MD Joachim Trost

Unser nächstes Konzert

Wir laden ein zu unserem nächsten Konzert am Samstag, 22.12.2018, um 19:30 Uhr im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen.

Wir starten mit Franz Liszts sinfonischer Dichtung „Les Préludes“. Das 1854 fertiggestellte Werk ist im Grunde eine mehrsätzige Symphonie in einem Satz: Aus der getragenen Einleitung entwickelt sich eine kraftvolle Fanfare, der ein inniges Lied und eine leichte Pastorale folgen. Schließlich wird die Fanfare im Rahmen eines „Allegro marziale“ wieder aufgenommen. In seiner Einleitung zu „Les Préludes“ schreibt Liszt: „Was anderes ist unser Leben, als eine Reihenfolge von Präludien zu jenem unbekannten Gesang, dessen erste und feierliche Note der Tod anstimmt?“

Felix Klieser ist unser Solist beim Sinfoniekonzert im Dezember.               Foto: Meike Helbig

Mit 18 Jahren komponierte Richard Strauss sein erstes Hornkonzert für seinen Vater Franz, den angesehensten Waldhornisten seiner Zeit. Dieser lehnte es jedoch ab, das Werk zu spielen. „Zu schwer“ lautete sein Kommentar. In der Uraufführung mit Klavier übernahm sein Schüler Bruno Hoyer den virtuosen Solopart. In dem romantisch-farbigen Werk ist der Einfluss der Klassik noch hörbar, die Orchestrierung ist schon echter Individualstil. Wir konnten für die Aufführung den Hornisten Felix Klieser gewinnen. Obwohl er ohne Arme geboren wurde, spielt er seit seinem fünften Lebensjahr Horn. Schon als Jugendlicher gewann er zahlreiche Wettbewerbe, studierte mit 13 Jahren als Jungstudent an der Musikhochschule Hannover und zählt seit dem Abschluss seines Studiums zu den Weltbesten auf diesem Instrument. So hat er bereits in der Berliner Philharmonie und der Elbphilharmonie konzertiert und war bei der Schubertiade zu Gast.

Die vierte Sinfonie von Johannes Brahms entstand im Urlaub. Er schrieb sie in den Sommern 1884 und 1885 im steirischen Mürzzuschlag. Mit selbstironischen Worten sandte er den ersten Satz an Elisabeth von Herzogenberg: „Im Allgemeinen sind ja die Stücke von mir angenehmer als ich, und findet man weniger daran zu korrigieren?! Aber in hiesiger Gegend werden die Kirschen nicht süß und eßbar – wenn Ihnen das Ding also nicht schmeckt, so genieren Sie sich nicht. Ich bin gar nicht begierig, eine schlechte Nr. 4 zu schreiben.“ Die Freundin erkannte die Besonderheit der vierten sofort: „Man wird nicht müde, hineinzuhorchen und zu schauen auf die Fülle der geistreichen Züge, seltsamen Beleuchtungen, rhythmischer, harmonischer und klanglicher Natur.“ Als das Werk in Berlin 1886 aufgeführt wurde, kommentierte der Geiger Joseph Joachim: „Der geradezu packende Zug des Ganzen, die Dichtigkeit der Erfindung, das wunderbar verschlungene Wachstum der Motive noch mehr als der Reichtum und die Schönheit einzelner Stellen, haben mir’s geradezu angetan, so daß ich fast glaube, die e-moll ist mein Liebling unter den vier Symphonien.“

Der Vorverkauf hat begonnen. Mitglieder des Vereins können Karten zu ermäßigten Preisen erwerben, wenn sie an der Vorverkaufsstelle des Graf-Zeppelin-Hauses den Mitgliedsausweis vorlegen.